Eintrag Nr. 2, 26.07.2016: Ein guter Tag! Ein Neubeginn?

Wie bereits geschrieben ging es mir gestern nicht sonderlich gut. Das hat sich heute natürlich direkt auf der Waage bemerkbar gemacht - 300 Gramm mehr. Aber okay, damit kann ich leben, bei all dem was ich gestern in mich hinein gestopft habe.

Abends habe ich mich dann hingesetzt und mir meinen "Schlachtplan" aufgeschrieben:

1. 3 Tage Model-Diät
2. 4 Tage 2-4-6-8 Diät
3. 3 Tage 2x täglich Eiweis-Shake
4. Danach max. 700 kcal/Tag

Dazu jeden Morgen einen einstündigen Spaziergang mit meinem Kleinen Sohn, viel raus gehen und viel Sport.

Fakt ist: Mein  Ziel sind vorerst 65 kg bis 08.08.2016.
Warum dieses Datum? An diesem Tag fahren wir mit den Kindern für eine Woche zu meiner Schwägerin in den Urlaub.  Ich freue mich tierisch darauf!


Und ja, ich weiß, dass der Plan alles andere als gesund ist. Aber mein gestörtes Essverhalten erwähnte ich ja bereits mehrfach. Deshalb möchte ich mich an dieser Stelle ganz klar von der Verantwortung trennen, falls jemand auf die Idee kommen sollte, meinem Plan nach zu eifern. Ich bin für mich zuständig, jeder andere ist für sich selbst und seine Gesundheit verantwortlich! Ich möchte hier niemanden in eine Essstörung treiben!!

Ich kenne meinen Körper und weiß inzwischen, wie er auf was reagiert. Ich weiß, was ich mir selbst zumuten kann!

 

 

Nun denn. Heute ist ein relativ guter Tag für mich. Ich bin um 6 aufgestanden, habe meine Wohnung schon gemacht und war eine Stunde lang mit einer guten Freundin spazieren. Ich bin relativ fit. Darüber freue ich mich wirklich, denn wie bereits erwähnt ist das einfach nicht mehr oft der Fall. Kann auch so langsam an den Anti-Depressiva liegen. Seit einer Woche nehme ich sie nun wieder und hoffe natürlich, dass sich die guten Tage dadurch wieder häufen!

Der Rest des Tages ist schon so gut wie verplant. Mit den Kindern auf den Spielplatz, mind. eine Stunde Ausdauersport und meine Muskelaufbauübungen. Heute Abend muss der kleine dann noch baden und ich sollte mich so langsam mal um meinen Papierkram kümmern. Ich hasse Papierkram...

 

Die Sporteinheiten werden ab sofort neben dem rausgehen täglich auf dem Programm stehen. Nicht nur, weil ich abnehmen möchte, sondern auch, weil ich weiß, dass mir das gut tut und die Depressionen dadurch vermindert werden. Es geht mir einfach deutlich besser, wenn ich Sport treibe.

 

In diesem Sinne einen schönen Nachmittag! '

Butterfly

26.7.16 12:35, kommentieren

Eintrag Nr. 1, 25.07.2016: Gute Tage? Schlechte Tage?

Es gibt Tage, an denen ist die Welt einfach in Ordnung für mich. Ich habe gute Laune, bin aktiv, von morgens an fit, geistig wach und voller Elan und Motivation. Ich freue mich an solchen Tagen, denn dann weiß ich, dass ich einiges schaffe und mich nicht überfordert fühle. Ich genieße diese Tage, denn diese Tage sind für mich nicht mehr alltäglich.

Und dann gibt es Tage, an denen ich einfach nur im Bett liegen bleiben und die Decke über den Kopf ziehen möchte. An solchen Tagen - das weiß ich inzwischen - bekomme ich einfach nichts auf die Reihe. Der Haushalt bleibt meist bis mittags liegen, ich bin unmotiviert, kraftlos und einfach nur am Ende.


Ich bin 23 Jahre jung, habe zwei Söhne im Alter von 9 Wochen und 7 Jahren und leide an schweren Depressionen. Hervorgerufen durch Gewalt, Stress, Burnout, und so manches mehr. Doch genaueres werde ich erst nach und nach erläutern.

Heute ist ein Tag, an dem es mir nicht sonderlich gut geht. Ein Tag, an dem ich bis mittags im Bett gelegen bin und nur das Nötigste gemacht habe. Mir fehlt Kraft.

Mein gestörtes Essverhalten macht die Sache nicht besser. An Tagen wie dem heutigen esse ich viel. Vor allem morgens. Alles, was ich finde. Schokolade, Cornflakes, Brot. Einfach alles. Und danach fühle ich mich dann so voll, dass ich über der Schüssel hänge. Prima!

Das muss endlich wieder aufhören. Schließlich muss ich nach der Schwangerschaft wieder einiges an Gewicht los werden. Nach der Geburt meines Sohnes wog ich 90 kg bei einer Größe von 1,69 m. Definitiv zu viel. Inzwischen sind es immerhin 17 kg weniger. Aber dennoch liegt mein Wohlfühlgewicht viel weiter unten.

Ich muss also dafür sorgen, dass es mir psychisch wieder besser geht, um solche FA's zu vermeiden.
Wie ich das anstelle? In erster Linie mit Medikamenten. Diese habe ich während der Schwangerschaft abgesetzt, nach der Geburt jedoch schnell gemerkt, dass es ohne einfach nicht geht und ich verdammt schnell wieder in dieses tiefe, dunkle, schwarze Loch rutsche. Also das ganze von vorn. Seit gut einer Woche nehme ich also wieder Citalopram. Bis die wirken dauert es jedoch eine Weile, da erst ein gewisser Spiegel im Blut erreicht werden muss. Nun, wir werden sehen.

An zweiter Stelle steht Bewegung. Wir sind mit den Kindern jeden Tag draußen. Mehrere Stunden. Fahrrad fahren, Inline Skates, Spazieren, Spielplatz usw.
Das tut mir und auch meinem Großen Sohn unheimlich gut. Ich brauche das! Er braucht das!


An dritter Stelle steht dann wenig Essen. Ich weiß, dass es ungesund ist. Ich weiß, dass es zum Jojo-Effekt führen kann. Ich weiß, dass ich damit kein gutes Vorbild bin. Bla bla bla. Ist mir alles bewusst.

ABER: Es geht mir einfach deutlich besser, wenn mein Magen leer ist. Ich fühle mich fitter, beweglicher und einfach wohler. Mein gestörtes Essverhalten erwähnte ich ja bereits. Also erspart mir bitte sämtliche erklärende, ermahnende Kommentare. An meinem Essverhalten wird sich nichts ändern.

Wie ihr also sehen könnt ist es ein wohl nie endender Kreislauf: Geht es mir gut, esse ich wenig, halte mich an meinen Abnehmplan, mache viel Sport und bekomme einiges auf die Reihe.

Geht es mir dagegen nicht gut, liege ich den ganzen Vormittag im Bett, esse viel, bekomme dadurch ein Völlegefühl, fühle mich noch miserabler, bin dann träge und schlecht gelaunt. Und das immer und immer wieder von vorn.


Wie schon gesagt ist heute einer der schlechten Tage. Ich habe morgens schon viel gegessen, fühle mich (trotz übergeben) unheimlich voll und muss mich nun aufraffen, hier etwas zu tun. Schwierig. Aber es nutzt nun mal nichts.


Also, alles ignorieren, aufraffen und weiter geht das Leben! Wäsche waschen, saugen, sauber machen und dann ab nach draußen, um heute Abend wieder tot ins Bett zu fallen.


In diesem Sinne einen schönen Nachmittag!


Butterfly

25.7.16 13:24, kommentieren